Der Hauch über den Dingen

Zu den schönsten Geschichten, die ich je gelesen habe, gehört zweifellos auch: „ Der Mann, der Bäume pflanzte“ von JeanGiono. Es ist die Geschichte des Hirten Elzéard Bouffiers, der in seinem Leben unzählige Bäume pflanzte- scheinbar beiläufig und unauffällig. Doch am Ende seines Lebens waren durch sein beständiges Tun riesige Wälder entstanden….Auf die Frage, wo die von Elzéard Bouffier gepflanzten Wälder zu finden seien, antwortete Giono später: „ Wenn Sie nach Vergons gehen, werden Sie nichts sehen: Seit jener Zeit ist alles verändert und über den Haufen geworfen worden, um Silos für Atomraketen. Schießplätze und mehrere Ölreservoirs anzulegen. Sie werden nicht die Spur eines Andenkens an Elzéard Bouffier finden. Seien Sie zufrieden mit dem Text und mit dem Geist der Sache. Er hat sein Genügen in sich.“

Das erinnert mich an Christian Morgenstern:

"Der Hauch über den Dingen ist das Beste"

Warum mir das an dieser Stelle in den Sinn kommt? Keine Ahnung, vielleicht weil es einerseits zwar traurig ist, wie gedankenlos die Wälder des Hirten-sein Lebenswerk- einfach wieder zerstört wurden. Alles wurde  abgeholzt- obwohl seine lebenslangen Pflanzungen ein Segen für die gesamte Region war: Mit den Wäldern schwand allmählich die Dürre, es regnete, der Boden wurde wieder fruchtbar, es konnten wieder Menschen in den verlassenen Dörfern wohnen und von den Feld-und Ackerfrüchten leben. Heute also Silos für Atomraketen.

Doch: andererseits stimmt es auch, dass es letztendlich nicht so wichtig ist, was geschehen ist. Wirklich entscheidend ist der „Geist der Sache“. Wenn ein Mensch sich einmal etwas in den Kopf gesetzt hat, kann er das auch erreichen, und zwar: ruhig, planvoll, geduldig, kontinuierlich und ohne sich von Zweifeln entmutigen zu lassen. Das Beispiel des Hirten wirkt auch einige Generationen nach ihm, der Geist lebt. Mir gefällt der Begriff „Hauch“ an dieser Stelle besser,warum, das erkläre ich in den nächsten Tagen- und natürlich auch, was das mit dem Klimawandel und den städtischem Grün zu tun hat.

Ist das nicht ein Fingerzeig?
Ist das nicht ein Fingerzeig?

Natürlich weiß ich dass nicht jeder mit der von mir verwendeten Metapher vom zeitlosen Geist etwas anfangen kann. Und bei manchen Menschen braucht es schon unglaublich viel Vorstellungskraft dafür, dass sie jemals von gutem Geist erfüllt oder wenigstens in minimalster Dosierung berührt werden. Im Mai dieses Jahres besuchte Donald Trump Papst Franziskus. Mit auf den Weg gab der Papst Trump auch seine 2017 veröffentlichte Friedensbotschaft sowie drei seiner Schreiben - darunter seine zweite Enzyklika „Laudato si'“, die sich mit dem Umwelt- und Klimaschutz befasst, ein Thema, bei dem Trumps und Franziskus' Positionen weit auseinander gehen, um es mal ganz gelinde auszudrücken. „Ich werde sie lesen“, sagte Trump. Nun muss ich zugeben, dass ich sehr daran zweifle, dass Trump „Laudato si“ so liest wie ich. Die Aktivisten von Greenpeace, die den Petersdom am Vorabend der Audienz mit der Aufschrift: „Planet Earth first“ anstrahlten, hatten wohl gute Gründe dafür, Herrn Trump diese Art von Erleuchtung, pardon Beleuchtung zu schenken. Der Präsident ist mit seinem Motto „America first“ wieder nach Hause gefahren. „Laudato si“ musste er einstecken. Mit der Lektüre ist er sicher noch nicht fertig.

Es hilft nichts, sein Augenmerk nur darauf zu richten, was nicht zu ändern ist.

. Besser ist es, sich auf das zu konzentrieren, was bereits gut läuft.

Eine Binsenweisheit- eigentlich…

In den nächsten Tagen geht's weiter... wie weiß ich auch nicht so recht. Vielleicht möchten Sie erst einmal hier weiterlesen:

Wie geht es weiter am Waidesgrund?