Barock statt Grün Teil 2

wem GEHÖRT DIE Stadt ?

Postkarte "Gruß aus Fulda" von Henry Euler (www.henryeuler.de)
Postkarte "Gruß aus Fulda" von Henry Euler (www.henryeuler.de)

Im letzten Artikel, Barock statt Grün, unterbreitete ich unserem OB Wingenfeld den Vorschlag einen Ideenwettbewerb zum Thema „Bezahlbarer Wohnraum und Klimaschutz“ ins Leben zu rufen. Unser Oberbürgermeister Heiko Wingenfeld plant auch einen Ideenwettbewerb, dieser soll jedoch von städteplanungs-orientierten Büros durchgeführt werden und den Fahrplan für das Großprojekt Waidesgrund mit Vorschlägen füllen. Neben einer Messehalle oder einem Messeplatz und den dazugehörigen Parkplätzen sollen auf dem etwa drei Hektar großen Areal 150-200 Wohnungen entstehen, schätzt Andreas Becker vom Stadtplanungsamt. (Osthessennews, 12.01.2017)

Halt, denn es ist offensichtlich, dass der Gedanke, diese 3 Hektar große Grünfläche einem Messegelände zu opfern und eine Handvoll Potempkinsche Sozialwohnungen davor zubauen, nicht mit den Klimaschutzzielen der Agenda-Stadt Fulda vereinbar ist. Es liegt mir fern, Unternehmerinteressen und Klimaschutz gegeneinander auszuspielen, nein, ich gehe einfach pauschal davon aus, dass Unternehmerinteressen der Stadt und dem Allgemeinwohl der Bürger dienen. Dennoch müssen die Interessen in Einklang gebracht werden. Ich bin der Meinung, dass derartige Entscheidungen nicht ohne die Zivilgesellschaft getroffen werden können, auch nicht allein von demokratisch gewählten Politikern. Wie ich zu dieser Meinung komme? 

aus "Plattform für Nachhaltigkeit"(www.hessen-nachhaltig.de)
aus "Plattform für Nachhaltigkeit"(www.hessen-nachhaltig.de)

Nachhaltige Entwicklung ist eine globale Angelegenheit. Die Welt-gemeinschaft beschäftigt sich mit sozialer Entwicklung,

wirtschaftlichem Fortschritt und dem Erhalt der Natur für unsere und künftige Generationen. Bei der Konferenz der Vereinten Nationen über nachhaltige Entwicklung im Jahr 2012 (Rio+20- Gipfel) leiteten die Staaten einen Aushandlungsprozess ein, dessen Ende eine Liste universell gültiger Nachhaltigkeitsziele stehen sollte. Drei Jahre später, auf dem Weltgipfel in New York, verkündete VN-General-sekretär Ban Ki-moon: Die Agenda 2013 für nachhaltige Entwicklung wird die acht

Milleniums-Entwicklungsziele ablösen und neue Ziele festschreiben.“ aus „Lernen

und Handeln für unsere Zukunft“, herausgegeben vom Hessischen Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.

aus:"Wandel mit Hand und Fuß" von GERMANWATCH
aus:"Wandel mit Hand und Fuß" von GERMANWATCH

Die Hessische Landesregierung ist gut aufgestellt:

Der im Jahr 2015 beschlossenen Integrierte Klimaschutzplan Hessen 2025 zielt u.a. darauf hinaus, dass Hessen bis 2050 klimaneutral sein

soll. Es gibt eine Nachhaltigkeits-strategie, eine Biodiversitätsstrategie und jede Menge innovative Projekte, Kampagnen und gute Ideen. Noch nie zuvor waren Bürger und Politiker so gut über globale und ökologische

Zusammenhänge informiert.

Zumindest haben sie Zugang zu Informationen.

Über Nachhaltigkeit wird so viel gesprochen, dass sich mitunter schon Überdruss beim Hören des Wortes einstellt.

Überdruss ist neben Bequemlichkeit und pausenloser Zerstreuung eine schlechte Grundlage, um vom Reden zum Handeln zu gelangen. Und gutes Handeln kann nur gelingen, wenn ALLE etwas tun.

aus Wandel mit Hand und Fuß, GERMANWATCH
aus Wandel mit Hand und Fuß, GERMANWATCH

Es ist dringend notwendig, „Strukturelle Stellschrauben auf

Nachhaltigkeit justieren“

(„Wandel mit Hand und Fuß“, GERMANWATCH).

Ja, das sehe ich auch so. Und ich möchte das Justieren nicht den Politikern oder Experten allein anvertrauen und nur beobachten,

ob sie alles in meinem Interesse erledigen. Ich kann selber einen Schraubenzieher in die Hand nehmen, ich kann pflanzen und säen und denken und in Gedanken alle möglichen und unmöglichen Handlungsoptionen durchspielen, mich mit Anderen austauschen, Dinge ausprobieren und Andere einladen, mitzuspielen: "Stell Dir vor, die Karten würden neu gemischt und Du könntest wirklich mitbestimmen und gestalten, wie würden deine Ideen aussehen?" Das frage ich mich öfters und weiß, dass richtig gute und brauchbare Ideen nur zustande kommen, wenn sich viele interessierte Menschen zusammentun, zum Beispiel in der BI Langebrückenstraße 14

Vielleicht ist ja ein öffentlicher Ideenwettbewerb doch keine schlechte Idee. Am besten frage ich mal den Oberbürgermeister. Wenn er schon nicht wettet. Vielleicht lässt er sich auf Gedankenspiele ein. Auf einer Ebene mit der Zivilgesellschaft. Den Begriff "Klimaschutz" lege ich jetzt erst mal beiseite. Nicht weg! Nein-er befindet sich lediglich im Hintergrund. Warum auch nicht, denn aus einem fundiertem Hintergrund heraus lässt es sich bestens agieren. Mein Spiel mit den Möglichkeiten bekommt eine neue Überschrift: die Essbare Stadt Fulda.

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