Menschen und Bäume gehören einfach zusammen

Lasst uns unsere Zeit so gestalten, dass man sich an sie erinnern wird als an eine Zeit, in der eine neue Ehrfurcht vor dem Leben erwachte, in der nachhaltige Entwicklung entschlossen auf den Weg gebracht wurde und als eine Zeit der freudigen Feier des Lebens. (Erd-Charta).


Bisweilen scheint es mir, als hätten sich schon viele Menschen auf diesen Weg der neuen Ehrfurcht begeben. Dabei gibt es ja nicht den einen Weg, sondern unzählige Wege und Pfade. Viele erweisen sich als Sackgassen, andere führen zu endlosen Schleifen und Umwegen, durch mühevolle Ebenen und unüberwind-lichen Hindernissen. Doch hin und wieder erweist sich ein Weg als der richtige und am besten gelingt eine Sache, wenn man wirklich und wahrhaftig davon überzeugt ist. Wie zum Beispiel das von der Künstlerin AyumiMatsuzaka entwickelte Konzept, aus zu 100 % abbaubaren Babywindeln wertvolle Komposterde (Terra Preta) herzustellen. Für ihr Projekt Windelkreislauf" http://dycle.org/ den Zeri Award 2015 zugesprochen bekommen. Sie hat somit einen sinnvollen Kreislauf geschaffen, denn die kompostierten Windeln münden in Baumpflanzungen in Berlin. Die alten, robusten Obstbaumsorten werden in ein paar Jahren wertvolle Früchte tragen. Und eines Tages wird das Holz dieser Bäume wiederum wertvoller Rohstoff für die Menschen sein. Bis dahin sind (hoffentlich) wiederum Generationen von Bäumen nachgepflanzt worden- ein ewiger Kreislauf eben. Eine sehr schöne Initiative, und das in der Metropole Berlin. Zeit für einen kleinen privaten Städtevergleich: Wie sieht es denn hier bei mir zu Hause aus, in Fulda? Im letzten Jahr habe ich schon einen Artikel zum Thema geschrieben: wer braucht schon Bäume) Wie wertvoll ist das städtische Grün in der "Barockstadt im Grünen"? Oder ist der Wert abhängig von dem Preis,

den ein privater Investor zu zahlen bereit ist? Bislang war die Unvereinbarkeit meiner persönlichen Sichtweise mit der herrschenden monetären Denkrichtung kein Problem. Auch die Notwendigkeit von bezahlbarem Wohnraum, wie zum Beispiel in der Diskussion um den Baukomplex am Galgengraben ist ein gewichtiges Argument, dem ich auch nicht widersprechen möchte. Nur: Muss ich dafür Stück für Stück Lebensqualität aufgeben? Es muss doch Alternativen dazu

geben, eine Grünanlage nach der anderen zu betonieren. Über das geplante

Bauvorhaben auf dem Areal des Galgengrabens berichtet sehr interessant und umfassend die Bürgerinitiative für den uneingeschränkten Erhalt der Grünanlage : https://gruenhochdrei.wordpress.com


Gartenanlage muss Parkplätzen weichen

Ja, ich fahre auch Auto und

Ja ich bin für bezahlbaren Wohnraum.

UND: ich finde, wenn sich eine Stadt schon "Barockstadt im Grünen" nennt, soll sie sich auch bitte konkret um das kümmern, was sie sich auf die Fahnen geschrieben hat.

Im Klimaschutzkonzept der Stadt Fulda steht geschrieben,

"Neben den wirtschaftlichen und sozialen Zielen stehen die Ziele zum Schutz und zur Entwicklung der natürlichen Lebensgrundlagen gleichberechtigt, aber nicht vorrangig. Im Abwägungsprozess wird ein gerechter Ausgleich zwischen den an die Planung gestellten Anforderungen angestrebt. Aktuell befindet sich der FNP der Stadt Fulda in der Überarbeitung, u.a. um eine Anpassung an die neuen Klimaschutzziele gewährleisten zu können. Als Entwurfsgrundlage dient der FNP von 1981, der entsprechend den heutigen städtebaulichen Zielen, in denen Umweltschutzziele implizit enthalten sind, modifiziert wird. Gemäß den Umweltschutzzielen werden Flächenausweisungen konzentriert und reduziert. Der Landschaftsplan und die Agrarstrukturelle Entwicklungsplanung sowie Erkenntnisse der Verkehrsentwicklungsplanung (VEP) werden integriert."

Schlägt das Herz im Takt der Natur oder des Straßenverkehrs? Und wo sind nochmal die Ausgleichsflächen?
Schlägt das Herz im Takt der Natur oder des Straßenverkehrs? Und wo sind nochmal die Ausgleichsflächen?

Das Klimaschutzkonzept der Stadt Fulda ist sehr umfangreich und wirklich lesens-wert! Hier sind einige darin formulierten Ziele:

-Flächensparendes Bauen, Revitalisierung von brachliegenden und untergenutzten Flächen in der schon besiedelten Stadt. -Vorrang von noch nicht bebauten Grundstücken in schon erschlossenen Gebieten….

-Bewahrung des Baumbestandes und Pflanzung möglichst vieler neuer Bäume mit Entwicklung eines geeigneten Instruments zum Schutz des Altbaumbestandes…“ (Auszug)

 

Neben den grundlegenden Zielen werden direkte und indirekte Maßnahmen beschrieben, z.B.: "Die indirekten Maßnahmen, die der FNP zum Klimaschutz

leistet und leisten kann, sind die Sicherung innerörtlicher Grünflächen sowie

von Waldflächen, die als CO2-Speicher dienen und in erheblichem Umfang zur

Frischluftproduktion beitragen.... 

Das klingt gut, die Natur wird also nicht nur ausgeschlachtet!

Noch kein Buen Vivier, aber immerhin.

Wie viel Bedeutung den Zielen des Klimakonzepts der Stadt Fulda im Bebauungsplanverfahren „Waidesgrund“ beigemessen wird, ist noch nicht absehbar.

„Der Fahrplan für das Großprojekt sieht so aus: 2017 werden von städteplanungs-orientierten Büros Vorschläge in einer Art Ideenwettbewerb gemacht und bewertet. Ist eine passende Lösung gefunden, wird voraussichtlich 2018 das Bebauungsplan-verfahren eingeleitet.

Denn erst wenn die Stadtverordnetenversammlung den Bebauungsplan ändert, können wir von unserem Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen", erklärte Wingenfeld. Frühestens 2019 sollen die ersten Maßnahmen zur Umsetzung erfolgen. "Mindestens zwei Saisons in ihrem Garten bleiben den Menschen also auf jeden Fall noch. Und dann werden wir die hervorragende Entwicklungsmöglichkeit für Fulda nutzen."

(Julius Böhm, 12.01.2017,osthessennews)

Bis ein Baum so viel Schatten wirft (und Sauerstoff produziert usw) dauert lange, stimmt dann die Rechnung mit der Ausgleichsfläche noch?
Bis ein Baum so viel Schatten wirft (und Sauerstoff produziert usw) dauert lange, stimmt dann die Rechnung mit der Ausgleichsfläche noch?

Neben einer Messehalle oder einem Messeplatz und den

dazugehörigen Parkplätzen sollen auf dem etwa drei Hektar großen Areal 150-200 Wohnungen entstehen, schätzt Andreas Becker vom Stadt-planungsamt.

OB Heiko Wingenfeld ist der Dialog mit den Kleingärtnern wichtig und er ist zuversichtlich, Lösungen für neue Flächen oder einer Umsiedlung zu finden.

 

Diesem Optimismus möchte ich gerne teilen und fordere Herrn OB Heiko Wingenfeld zu einer Stadtwette heraus...