· 

Das Grüne Band (Teil 2)

Was passiert, wenn die Idee der Stadtverwaldung und des Grünen urbanen Bandes von mehreren Menschen geteilt und getragen wird und Früchte trägt-zum Beispiel in Form einer dezentralen Baumschule?

Fassadenbegrünung schützt vor Hitze und bietet Lebensräume für Vögel und Insekten
Fassadenbegrünung schützt vor Hitze und bietet Lebensräume für Vögel und Insekten

Ein Tagesordnungspunkt der letzten Mitgliederversammlung des BUND im September war die Idee einer „ BUND-Baumschule“. Der Impuls kam von einem Mitglied des BUND und die Idee dahinter ist attraktiv und lädt zum Mitmachen ein:

 Die Baumschule ist hierbei nicht im herkömmlichen Format gemeint, sondern so, dass sich viele unterschiedliche Akteure an vielen Orten einbringen können und den für sie relevanten Aspekt fokussieren können.

Als gemeinsame Richtschnur sei der „Masterplan Stadtnatur“ genannt. Eine BUND-Baumschule stellt eine konkrete Maßnahme zur Erreichung der Ziele der Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung dar und soll die Zivilgesellschaft darin bestärken, sich im gemeinsamen Handeln zu begegnen oder an einer gemeinsamen Sache mitzuwirken.

 Als mögliche Schwerpunkte hierfür bieten sich 3 Bereiche an:

Das Sammeln von geeigneten Pflanzen (Wildlingen)

Mögliche Akteure wären zum Beispiel Schulen oder Kindergärten, die so im Rahmen ihrer Bildungsarbeit eine gute Gelegenheit zum praktischen Naturschutz erhalten. Ebenso denkbar sind einzelne Privatpersonen oder unterschiedliche Gruppierungen, die einen oder mehrere Bäume aufziehen, beispielsweise durch Vereinzelung wilder Sprösslinge aus dem Garten. Dies ist natürlich nur bis zu einer bestimmten Größe möglich und sinnvoll und somit ergibt sich der 2.Schwerpunkt,

die Aufzucht der Bäume und Sträucher:

Haben die Bäume eine gewisse Größe erreicht, bedarf es Platz zum Wachsen und eine fachliche begleitete Hege und Pflege. Meiner Meinung nach wäre es absolut wünschenswert, Möglichkeiten zu prüfen und neu zu denken; Industrie-und Gewerbe in den Prozess miteinzubeziehen. Beispielsweise könnten ungenutzte Firmenflächen der BUND-Baumschule Platz geben. Als nächsten Schritt können Firmengelände insgesamt naturnaher gestaltet werden. Da es hierfür bislang keine wirksame gesetzliche Lenkung gibt und derlei Vorgaben oder Vorschläge zur naturnahen Gestaltung eher als Eingriff in das private Eigentum angesehen werden, ist meiner Ansicht nach jede Gelegenheit zur Weiterentwicklung dieser veralteten Sichtweise eine hoch willkommene. Wenn ringsum die Lebensgrundlagen  durch Bebauung, Versiegelung et cetera zerstört werden, ist das nicht auch ein extremer Eingriff in mein Leben und das meiner und aller nachfolgenden Generationen?

 

Dritter Schwerpunkt ist das Pflanzen von Bäumen an allen Stellen, wo welche fehlen. Das ist in der Stadt genügend oft der Fall; denn keine Straße sollte ohne Bäume sein- an allen Plätze, wo sich Menschen aufhalten, sollte Schatten verfügbar sein. Das heißt natürlich nicht im Umkehrschluss, dass alle Sonnenplätze verschwinden sollen, sondern lediglich, dass ausreichend Schatten durch Bäume  da sein sollte. In vielen deutschen und inter-nationalen Städten findet zurzeit eine Klimafolgenanpassung statt. Dabei soll für die zu erwartenden längeren und gravierenderen –Hitzeperioden  und Starkwetterereignissen Vorkehrungen getroffen werden. Die meisten deutschen Städte wurden zu Zeiten erbaut in denen der „urban heat island effect“, also das nachträgliche Abstrahlen von Wärme durch den Stein der Gebäude eher als Vor- als als Nachteil gesehen wurde. Dass im Kontext der globalen der Urbanisierung  in den Städten der Welt für Räume gesorgt werden muss, die eine hohe Lebensqualität bieten ist nur ein weiteres Argument für eine Stadtbewaldung. Von Feinstaub und CO2 und deren Absorption durch Bäume ganz zu schweigen.

 

Nach dem Pflanzen wird gerade während besonders trockener, heißer Phasen im Sommer ist es sicher unumgänglich, dass die Aufgabe des Gießens auf mehr und breitere Schultern verteilt wird. Wie eine solche Aufgabenteilung in der Praxis gestaltet werden soll und welche Unterstützung es von welchen Seiten möglich ist, muss noch im Detail geklärt werden. Einige erfolgreiche Modelle des Urban Gardening bieten sicher Vorlagen für ein gutes Gelingen.

Eine Informationsveranstaltung für alle Interessierten findet am 3.März 2020 im Umweltzentrum Fulda statt.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0