Was bleibt und was vergeht

Die Ausstellung "Was bleibt und was vergeht", die ich in einer Seniorenresidenz zeigen durfte, ist nun zu Ende. Zum größten Teil handelte sich es um ältere Arbeiten. Neu ist die Uhrenistallation.

Warum möchte ich Ihnen meine Bilder zeigen?

Nicht, weil ich sie besonders gut oder schön finde, doch für mich sind sie wertvoll, sondern weil ich, indem ich Ihnen meine Bilder präsentiere, auch mitteilen möchte, dass der Weg der künstlerischen Auseinandersetzung für alle nur denkbaren Themen und Lebenssituationen ein guter Weg ist. Wie oft erscheint dieser Weg wie ein Umweg und man lässt ihn außer Acht, weil man ungeduldig ist und schnelle Lösungen herbeisehnt.

Neulich hörte ich einen Mann bei einer Kunstausstellung sagen: „Was das für Zeit gekostet hat, so viele Bilder zu malen!“ Für den Kunstschaffenden bedeutet sein eigenes Werk hindessen viel(Wie ich bspw.hier beschrieben habe: Kunst und Demenz

Ja, sicher, kostet es Zeit, Bilder zu malen oder Kunstwerke zu schaffen und die künstlerische Auseinandersetzung mit einem Lebensthema ist fast nie der kürzeste Weg, sondern eher Umweg. Blickt man jedoch zurück, staunt man über all das, was man am Wegesrand gefunden hat, und freut sich über die unerwarteten Begegnungen, die einem unterwegs beschert worden sind.

 

Uhreninstallation: Mittlerweile bin ich in einem Alter, in dem ich mich mehr und mehr frage-wo ist die Zeit geblieben? Eine seltsame Frage, wenn man es genau betrachtet, denn ist Zeit jemals greifbar? Obwohl die Zeit vergeht, sie uns mitunter wie Sand durch die Finger rinnt, bleiben uns doch manche Erinnerungen ein Leben lang erhalten-ob sie uns lieb sind oder nicht. Sogar die mit den Erinnerungen verbundenen Gefühle bleiben und können sogar über Generationen hinweg weitergegeben werden.

Und ist es nicht auch so, dass Gedanken und Ideen scheinbar ewig weiterleben, sozusagen als kosmische Energie... Ich denke an das menschliche Streben nach Wahrheit, Gerechtigkeit, Frieden, Verbundenheit mit Mutter Erde-all das wird niemals vergehen. Carpe diem! Was für mich zählt, ist meine eigene Lebenszeit. Je älter ich werde, desto kleiner fühle ich mich angesichts der Lebenszeit, die hinter mir liegt und der, die mir noch verbleibt.