Weihnachtskarten in Drucktechnik

In diesem Jahr habe ich aus Moosgummi verschiedene Stempel

hergestellt. Sicher gibt es raffiniertere Druckverfahren, die ich auch sehr, sehr interessant finde. Doch zunächst gilt es, die Menschen, mit denen ich arbeite, erst mal für einfache Druckverfahren zu begeistern. Beim Druck kann ich ja das Ergebnis nur bedingt beeinflussen. Das Stempeln auf kleinen Karten ist also eine wunderbare Übung für die eigene Offenheit und Bereitschaft, sich überraschen zu lassen, an kleine Improvisationen zu wagen und generell das dilettantische Tun als das hinzunehmen, was es im eigentlichen Sinn bedeutet:

Tun aus reinem Vergnügen.

Im Dezember hatte ich drei größere Bastelprojekte innerhalb von 2 Wochen.

Weil ich unbedingt alte Papiervorräte verwenden wollte und als Verwertungs-fanatikerin auch meinen alten Wandkalender von 2017 in Karten verwandeln wollte, hatte ich ziemlich viel Arbeit mit der Vorbereitung. Ich habe alles Papier mit der Schneidemaschine zerschnitten und sortiert und kam auf etwa acht verschiedene Papierarten und Farben. (Die Kalenderserie zeige ich extra, in ein paar Tagen) Außerdem habe ich viele Buchseiten eines alten Romans eingefärbt: mit goldener Lebensmittelfarbe, einige  mit Silber und viele mit buntem Farb-verlauf. Dazu habe ich die Pflanzenfarben aus dem Wasserfarbkasten von Memo verwendet. Eine wichtige Vorbereitung war auch, verschiedene Modelle und Druckmöglichkeiten als Anschauungsobjekte herzustellen. Bei den vielen verschiedenen Papierarten, der Auswahl an Stempeln und verschiedenfarbigen Stempelkissen ergibt sich eine beinahe unendliche Vielfalt an Möglichkeiten- hauptsächlich wenn ich dann noch den Einsatz von Buntstiften noch mit einbeziehe…

Es gilt also, unerfahrene Teilnehmer*innen nicht zu überfordern und erst mal mit einer überschaubaren Auswahl zu beginnen. Nach einer Weile, wenn sie sich mit Technik und Materialien vertraut gemacht haben, ist wunderbar zu sehen, wie die Ideen nach und nach sprießen wie die Halme in den Wiesen…. 

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Mit Münzen malen

Einmal kam ein Mann ins Offene Atelier, setzte sich lächelnd an den mit Farben und Papier gedeckten Tisch, lächelte in die Runde der

Malenden und grüßte freundlich. Auf meine Nachfrage, was er gerne machen möchte, antwortete er, dass er nicht malen oder zeichnen möchte und dies  wegen seiner starken Sehbehinderung auch  nicht kann. Darauf entgegnete ich, dass er herzlich eingeladen sei, einfach dabei zu sein. Es dauerte nicht lange, da holte er aus seiner Hosentasche eine beachtliche Menge 1-und 2 Cent Münzen hervor und begann, diese auf dem vor ihm liegenden weißen Blatt Papier zu formieren. Unser Thema an diesem Ateliersnachmittag war „Vom Punkt zur Linie zur Fläche“- wir redeten über Kandinsky und seine Kunst. Ich benutzte Kandinskys ebenso einfache wie einleuchtende Formel „Vom Punkt zur Linie zur Fläche“ zur Ermutigung, einfach

anzufangen zu zeichnen, egal ob oder wieviel Vorkenntnisse vorhanden sind. Während alle anderen Besucher ins Zeichnen vertieft waren, legte der Mann mit seinen Münzen eine Form. Er erklärte mir dann, dass er eine Ente dargestellt hätte und zeigte mir alle Details. Er ließ sich auf meinen Vorschlag ein, die von ihm geschaffenen Konturen mit einem Stift nachzuzeichnen. Später brachte ich, seinem Wunsch gemäß, noch etwas Farbe in sein Bild. Ich handelte genau nach seiner Anweisung und er hatte ziemlich konkrete Vorstellungen, die sich nicht unbedingt am Realismus

orientierten. Am Ende der Atelierszeit rollte er sein Bild ein und nahm es mit.

Ein künstlerischer Ausdruck ist nicht auf herkömmliche Medien wie Pinsel und Farbe angewiesen. Immer wieder gern zitiere ich in diesem Zusammenhang Joseph Beuys, der den Vorgang des künstlerischen Schaffens mit einer simplen Formel erklärt:

 

Unbestimmter Ausgangspunkt

Bewegungsmoment

Und Form

 

Ich war begeistert von diesem Erlebnis, nicht nur von dem Tun dieses Mannes, sondern auch seiner Wirkung auf die anderen und der Interaktion untereinander, denn obwohl die Arbeitsatmosphäre eher konzentriert und  ruhig war, wurde miteinander gesprochen, gelacht und sich ausgetauscht. 

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Kreativ mit Text und Schrift

"Linie ist ursächlicher Ausdruck von Bewegung. Jede Art von Bewegung erzeugt genau betrachtet eine Linie."

Elke Frieling in "Therapiewege im Formenzeichnen"

Wenn ich in der Seniorenarbeit mit Schrift und Text arbeite, verwende ich Lockerungsübungen und bestimmte Aufgaben um die Senioren in Schwung zu bringen und die Lust an der eigenen Bewegung zu spüren. In der Silberschmiede bestand die Aufgabe darin, den eigenen Vornamen möglichst schwungvoll und groß, ohne Absetzen, wieder und wieder auf den mit Papier gespannten Tisch zu schreiben. Gut geeignet sind hierfür dicke Buntstifte oder Wachsmalstifte. Wer kann, soll beide Hände benutzen. Das Resultat ist unwichtig, spielen Sie Fangen auf dem Papier!

Die Bewegung, der beidseitige Einsatz der Hände und das gemeinsame Lachen regt die Gehirnzellen an, macht wach und stiftet eine wohlwollende Vorfreude auf das, was da kommen mag.

 

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Selbst gebaute Musikinstrumente in Seniorengruppen

An dieser Stelle möchte ich einige mögliche Anwendungsbeispiele zeigen und meine Erfahrungen teilen die ich in unterschiedlichen Gruppen machen konnte.

Meine Ziele beim Einsatz von Musikinstrumenten sind:

- Ermutigung zum Singen und zum Einsatz der Stimme

-Das deutliche Spüren der eigenen Stimme ermöglichen

-Das gemeinsame Schwingen und Klingen in der Gruppe zu erleben

-Raum für Bewegung zu geben, denn Musik und Bewegung gehören zusammen. Damit meine ich das innere Empfinden beim Hören von Musik, wie man davon berührt wird und seine äußerlich sichtbaren Ausdrucksformen- von den sich im Takt bewegenden Händen angefangen bis zum Tanz.

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Musikinstrumente einfach selbst gebaut

Mein ersten selbstgebauten Instrumente waren Trommeln. Will man nicht unbedingt viel Geld ausgeben, lohnt es sich, unterschiedliche Gegenstände wie  Blechdosen, leere Waschmittel-kartons oder Holzkisten auf ihre Tauglichkeit als Klangkörper zu prüfen, indem man probehalber mit

einem Holzstab dagegenschlägt. Es lohnt sich im doppelten Sinn, denn neben dem Sparsamkeitseffekt ist es interessant, Alltagsgegenstände außerhalb ihres gewöhnlichen Kontexts zu erkunden. Die Klangkörper sollten nicht zu klein sein. Große Konservendosen oder Ähnliches findet man in der Gastronomie oder bei Großverbrauchern (z.B. Seniorenheim, Krankenhaus). Meine Trommeln habe ich bespannt mit Leder oder mit dickem Packpapier. Das beste Papier habe ich in der Altpapierkiste im Supermarkt gefunden, die direkt neben der Obstabteilung steht. Natürlich habe ich vorher höflich gefragt. Das Papier habe ich großzügig zugeschnitten und möglichst straff auf die Öffnung der Dose geklebt. Dabei habe ich doppelseitiges Klebeband verwendet, welches ich am oberen Dosenrand anklebte. Das Papier brachte ich zunächst in Form indem ich es über die Dose gestülpt und eine Pfalz gestrichen habe. Nachdem der doppelseitige Klebestreifen am oberen Dosenrand besfetigt war, streifte ich das Papier über die Dose und den Klebestreifen. Dieser Halt erschien mir nicht ausreichend, deshalb umwickelte ich das Papier noch einmal fest mit Kordel. Dabei befestigte ich auch gleich die äußere Hülle der Trommel, welche lediglich zur Verschönerung dient. Hier habe ich Leder- und Stoffreste verwendet und daraus eine (straff sitzende) Hülle genäht.

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