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Nützliches und Schönes aus alten Ordnern

Haben Sie eine Bastelanleitung für diese Tasche und für die anderen Dinge aus alten Aktenordnern? Nein, nur einige Tipps und ein paar Fotos, die während des Bastelns entstanden sind und vielleicht die Arbeitsschritte etwas verdeutlichen. Ich freue mich, dass Sie die gleiche Idee haben und alte Ordner verarbeiten möchten. Meiner Meinung nach fördert jedes Upcycling-Projekt das Nachdenken über unsere Wirtschaftskreisläufe. Und das ist dringend nötig!

Von diesem Gedanken habe ich mich auch leiten lassen und gerade für dieses Projekt sehr viel positives Feedback bekommen, sogar die Zeitung hat darüber berichtet. OK, was nicht in der Zeitung steht, ist die Tatsache, dass die Vorbereitungszeit und die Entwicklung von „Prototypen“ ziemlich umfangreich und zeitaufwändig waren. Für ein Projekt in der Schule würde ich deshalb die Erarbeitung von technischen Problemen also mit integrieren, also eine Bastelanleitung  mit den Schülern erarbeiten. (soweit das möglich ist). Die Probleme tauchen ja immer erst während des Tuns auf, bspw. wie komme ich in die Tasche hinein, um das Kreppband an den inneren Nähten anzubringen? Und die Henkel sind besser vorher anzubringen, sonst habe ich auch ein Problem. Auch bei anderen Modellen stieß ich immer wieder auf das Problem: „wie kommen ich da jetzt hinein, mit Schraubenzieher, Zanke, mit der Hand…

Ein zweites Problem waren Verbindungen und neu zu erschaffende Zwischenwände,hier zum Beispiel die Seitenwände für Tasche. Ich hatte ziemlich viel U-förmige Pappe, Möbel-Verpackungsmaterial von Ikea, die wollte ich verwenden. Doch die Aktenordner hatten alle unterschiedliche Maße, so waren meine U-Formate entweder zu niedrig oder zu hoch. Ok, bei einem Modell haben sie genau gepasst. Eine Lösung für dieses Problem ist bspw., weitere Pappstreifen einzukleben.

Anfangs hatte ich mir wirklich vorgenommen, eine Anleitung zu erstellen, lies diese Idee dann aber wieder fallen, weil mir während des Arbeitens immer wieder andere Lösungen einfielen. Auch an dem Nachmittag mit den Kinder-Reportern von unserer Zeitung war es total verblüffend, dass immer wieder neue Ideen auftauchten. Ein fruchtbares Arbeitsumfeld zur Förderung der Ko-Konstruktion ! Natürlich hatte ich mir in der Vorbereitungsphase verschiedene Pläne erarbeitet und die verschiedensten Optionen (Kleben, Binden, Schrauben usw) auf Kindertauglichkeit getestet. Während des eigenen Projektes habe ich jedoch lediglich wenige Grundtypen vorgestellt: Aufklappbare Mappe, eine Art Pinnwand zum Aufhängen, Schachtelkonstruktion mit Henkel und auf die Schwierigkeitsgrade verwiesen. Gleichzeitig habe ich genügend Material zur eigenen Erkundung zur Verfügung gestellt. Und an diesem Punkt beginnt es fast immer, spannend zu werden, denn hier eröffnet sich der Freiraum. Die Kinder können ganz unbefangen experimentieren, denn das Material würde ja sowieso normalerweise im Müll landen. Es ist immer wieder toll zu erleben, was aus diesen Freiräumen heraus entsteht- logischerweise mit Hilfestellung.

Am leichtesten ist die Neukonstruktion aus den Aktendeckeln, hier ein besonderes Designerstück. An den Vorderseiten wurde später noch ein Band angebracht, zum Zubinden. OK, die üppige textile Außengestaltung ist vielleicht nicht ganz so praktisch, aber von seinem Hersteller so gewollt gewesen.

Als am schwierigsten erwies sich die Demontage der Metallteile aus dem Inneren der Ordner, weil diese vernietet sind: Entweder aufbohren oder herausreißen und damit in Kauf nehmen, dass die Pappe des Ordners beschädigt wird. Diese kann ich ja wieder kleben. Der Vorteil des Bohrens und Entfernens der Nieten ist:

Ich kann die Haken dann weiterverwenden. Diese hier habe ich mit Seilspannern (gute Beratung im Baumarkt) befestigt- auf einer kleinen Leinwand, an deren Rückseite ich eine kleine Holzplatte reingeklebt habe.

Nieten aufgebohrt und neu angeschraubt
Nieten aufgebohrt und neu angeschraubt

Eine andere viel einfachere Möglichkeit ist, die Haken so zu verwenden, wie sie nun einmal da sind, wie hier bei diesem Hängeordner für einen (selbstgemachten) Kalender. Hier sind sie zwar auch nachträglich verändert worden, aber ich kann ja den Ordner auch so nehmen, wie er ist und den einen Doppel-Haken in der Mitte verwenden. Bei einem dieser Hängeordner haben wir eine Papprolle als Geheimfach eingearbeitet, ähnlich wie bei einem Briefkasten mit Zeitungs-Rolle. Davon habe ich leider kein Foto mehr. Zum Kleben empfehle ich übrigens auch die Marke „Eigenherstellung“, sie klebt am besten und ist wäre es wert, noch einmal in einem anderen Projekt gebührend gewürdigt zu werden! Ich wünsche gutes Gelingen!

 

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