Rezepte für alles Mögliche

Orangenreiniger und Flüssigseife

Mein Etikett für die Sprühflasche
Mein Etikett für die Sprühflasche

Vor einiger Zeit berichtete mir eine Bekannte, wie sie aus

den Resten von Zitrusfrüchten ganz einfach ein prima Reinigungsmittel für Bad

und WC herstellt: Alle Abfälle, also Schalen von Orangen, Zitronen, Limetten

und Mandarinen in ein großes Schraubglas füllen, mit verdünnter Essigessenz auffüllen und stehen lassen. Gelegentlich abfüllen-fertig.

Fehlende Maß-und Zeitangaben machen mich manchmal neugierig und wecken meinen Forschergeist und schon wird meine Küche  zum Labor. Nach drei Durchgängen in etwa 8 Wochen kann ich ein erstes Fazit ziehen:

Das Resultat, also mein selbstgemachter Sprühreiniger, ist unbedingt überzeugend, frisch im Geruch und gründlich bei der Reinigung. Er riecht kaum nach Essig, aber stark und natürlich nach Orangen.

Zu den exakten Maßangaben bin ich keinen Schritt weitergekommen, für das große Glas habe ich eine Flasche Essenz genommen und mit Wasser aufgefüllt.

Das Glas war randvoll mit Schalen.

 

Aufwand:

Das grobe Zerkleinern der Schalen ist schnell erledigt- ab damit ins Glas und fertig. Das Abseihen ist schon etwas aufwändiger, denn die Flüssigkeit hängt sehr in den Schalen und die ganze Pampe muss also im Sieb ausgedrückt werden. Bevor ich die gewonnene Flüssigkeit in meine Sprühflasche fülle, siebe ich diese noch einmal durch ein Haarsieb.

Gewinn: diese Flasche Reiniger reicht bei meinem Putzverhalten schon ziemlich lange. Ich kann eine Sprühflasche öfters verwenden und, wie bei allen Dingen aus dem privaten Küchenlabor, entfallen Transport und Herstellungs-kosten- und Energie, virtuelles Wasser usw. Der ökologische Faktor ist also super gut. Und, nicht zu unterschätzen, ist der sinnliche Erfahrungswert: Die verschiedenen Düfte der unterschiedlichen Zitrusfrüchte werden viel intensiver wahrgenommen und bei all dem Hantieren (was ja für sich

genommen schon ein tolles Training fürs Gehirn ist) entstehen neue Ideen und die Fantasie wird wach: ist dieser Reiniger nicht ein schönes Geschenk? Dann müsste ich eine schöne kleine Glasflasche haben und das Ganze  auch einen Namen bekommen. Meiner heißt

CitronART. Das Etikett ist schnell gemacht, denn Zitronenstempel finden sich in meinem Haushalt in der Kiste

Mobile Druckwerkstatt

hinten links an der Wand: selbstgemachter Topfkratzer
hinten links an der Wand: selbstgemachter Topfkratzer

Passend zum Reiniger: der selbstgenähte Topfkratzer aus einem Zwiebelnetz.Ein Zwiebelnetz (oder von Zitronen) zur gewünschten Größe falten, umhäkeln oder mit Stoffstreifen umnähen. Sieht gut aus, funktioniert super gut und hält wirklich sehr lange.

Und ehrlich gesagt, solche selbstgemachten Dinge sind doch auch ideal zum Tauschen:

Von meiner Freundin, der ich ein Fläschchen „CitronART“ geschenkt habe, bekam ich von ihr eigenhändig hergestelltes, duftendes Haut-Öl geschenkt. Sie hat dafür die abgeblühten Blütenblätter ihrer Rosen verwendet.


Flüssigseife

Bildquelle: cradle to cradle e.V.
Bildquelle: cradle to cradle e.V.

Seifenreste sind ganz einfach in tolle Flüssigseife zu verwandeln. Die Inspiration dazu kam von einer lieben Freundin, die für einen riesengroßen Gemeinschaftsgarten die Schmierseife gegen Blattläuse selbst hergestellt hat. Angesichts meines Seifenrestehäufleins war ich zunächst unentschlossen, ob sich die Arbeit lohnen würde, doch wegwerfen wollte ich die Reste auch nicht- immerhin dufteten sie immer noch nach Lavendel und Rosen. Außerdem hatte ich doch selbst in der neuen Mail-Art-Runde geschrieben:

Aller Abfall ist heilig!

Also entschloss ich mich zu dem Versuch, nahm meine Seifenstückchen und noch ein Stück „Badeseife“ dazu, dessen Verwendung mir sowieso rätselhaft war und ein winziges Tröpfchen

Vanilleduschbad (was man nicht alles geschenkt bekommt) Aber die Dosis macht’s. Ich weichte alles ein und ließ das Gefäß etwa 24 Stunden stehen. Danach nahm ich einen alten Mixer, den ich nicht mehr für Lebensmittel benutze und mixte alles durch-fertig. Nun konnte ich drei Flüssigseifenspender im Haus auffüllen und hatte noch eine kleine Flasche übrig. Die bekommt noch ein schönes Etikett und ich habe ein wunderbares Geschenk. Meine Seife ist wunderbar cremig geworden und duftet sehr dezent nach Lavendel, Rose und einem kaum wahrnehmbaren Hauch von Vanille. Super!

Neben der Freude am Selbermachen und an eingespartem

Plastikmüll hat sich auch mein argwöhnischer Verdacht bestätigt, dass die Erfindung von Flüssigseife in erster Linie eine lukrative war, denn Wasser wird in Geld verwandelt.


Diese zwei Rezepte stehen exemplarisch  für einen kleinen Versuch, Wege in eine neue Richtung zu finden- Wege abseits der schädlichen ökologischen Fußabdrücke hin zu einer nachhaltigen, Ressourcen schonenden Lebensweise. Mehr möchte ich nicht hinzufügen, außer, dass es Spaß gemacht hat und ich schon die nächsten Rezepte hier liegen habe. Eine exzellente, sehr erquickende Quelle für jede Art von Rezepten, Tipps und Gedanken möchte ich hier nennen:" Langsamerleben" - einfach toll!

 

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