Neues von der Zwischentonkatze

Hier ist das stolze Tier, kurz vor einer Grenzüberschreitung
Hier ist das stolze Tier, kurz vor einer Grenzüberschreitung

Mitte Februar hatte ich die spektakuläre Sichtung der

Zwischenton-

katze längst vergessen.

Zu einer wirklichen Begegnung

mit diesem

scheuen Tier ist es leider nicht gekommen. Schade, denn ich hätte ihm sehr gerne mal unter sein feines Näschen gerieben, was es mit seinen Zwischentönen so alles anrichtet. Mittlerweile denke ich, ich hätte die Katze fangen müssen. Dann hätte ich sie eingesperrt und endlich mal ordentliche Manieren beigebracht. Doch leider ist eine transparente Erscheinung genauso wenig greifbar wie die von ihr transportierten Zwischentöne. So habe ich sie streunen lassen und mich nicht mehr um sie gekümmert.

Das war ein Fehler, denn wie ich inzwischen aus seriösen

Wildbiologenkreisen erfahren habe, ist es im sozio-geologischem Umfeld von Phantasie-und Fabelwesen genauso wie im richtigen Leben äußerst wichtig, den Anfängen zu wehren. Es gilt, bei Aufzucht, Erziehung, Hege und Pflege Behutsamkeit und Sorgfalt walten zu lassen-aber eben auch deutliche Konsequenzen bei Regelverstößen und Grenzüberschreitungen. Für diejenigen, sich

an dieser Stelle fragt, von was ich eigentlich rede, möchte ich die Hintergründe etwas erklären. Vor geraumer Zeit beobachtete ich eine kleine Szene: Im Café saßen ein kleiner Junge von etwa 4 Jahren und seine Mutter am Tisch neben mir. Der Junge regte sich

fürchterlich auf, weil er etwas haben wollte oder nicht wollte- ich konnte es nicht verstehen, sein Tonfall war schon sehr weinerlich. Er wurde immer lauter, so dass ich schließlich doch wissen wollte, um was es ging. Ich drehte meinen Kopf so, dass ich die Szene besser beobachten konnte. Die Mutter des Kleinen beugte sich zu ihm und sprach: „Jakomo, möchtest du vielleicht erst einmal das

Böckchen rausschicken?“ Inmitten eines tiefen Seufzers war seine Antwort zu vernehmen „Ja“. Dann drehte sich der Kleine um und scheuchte mit beiden Händen etwas neben seinem Stuhl in Richtung Fenster.

“Ist es jetzt draußen?“

„Ja“

„Gut, wenn es sich beruhigt hat, kannst du es ja wieder reinlassen. Vielleicht möchte es auch etwas essen. Doch nun sag einmal genau,

was dich geärgert hat und was du möchtest.“

Tatsächlich winkte er, nachdem er die Sache mit seiner Mutter geklärt hatte, das Böckchen mit einer Handbewegung wieder rein und fütterte es sogar mit ein paar Krümeln, die er ihm mit ausgestreckter Hand hinhielt. Ich fragte mich, ob er wohl diese Böcklein sehe oder nicht oder ob es überhaupt keine Rolle spiele, ob das Böckchen sichtbar oder unsichtbar ist.

Hauptsache ist doch, dass dieses Tier gezähmt wird.

Sieht niedlich aus und doch ist sie mit allen Wassern gewaschen!
Sieht niedlich aus und doch ist sie mit allen Wassern gewaschen!

Ich denke, ich habe mit dieser kleinen Episode ausreichen

erklärt, welcher Gattung meine Zwischentonkatze angehört. Zunächst war ich ja außer mir vor Freude, dieses Tier überhaupt sehen zu können, und dachte gar nicht über meine Beobachtungen nach. Hätte ich mich doch schon  früher gefragt, was das gemeine Katzenvieh (entschuldigen Sie bitte die Ausdrucksweise, aber meine Gefühle wurden verletzt!) Ach hätte ich mich also schon früher gefragt, was sie eigentlich mit den Zwischentönen vorhat, welche sie ständig einsammelt und so

triumphierend in die Höhe hält- vielleicht wäre ich besser gewappnet gewesen.

keine materialisierte Emotion, sondern nur unsere Hauskatze
keine materialisierte Emotion, sondern nur unsere Hauskatze

Nun habe ich das Treiben der Zwischentonkatze durchschaut:

Stellen Sich vor- tagsüber schleicht sie umher und sammelt all die bösen und

gehässigen kleinen  Zwischen-töne und nachts strickt sie daraus die groben Beleidigungen- so eine Art großes aber superleichtes unsichtbares Netz. Und ich habe in einem hellsichtigen Moment gesehen, wie die Katze dieses Netz meiner Kollegin über die Schultern legte während diese mit mir sprach. Sofort änderte meine Kollegin ihren Tonfall und aus ihrem Mund kamen nur noch völlig irrwitzige Beleidigungen, die sie zu meinem unsagbaren Überdruss auch noch dreimal wiederholte. Nun zögerte ich mit meiner Erwiderung, denn die einzig sinnvolle Antwort wäre gewesen, heh, schick doch erst mal die böse Katze raus…Aber hätte sie verstanden, von was ich rede? Nein, sicher nicht. Stattdessen antwortete ich ihr: „ Oh, dann ist es ja gut, dass du gekommen bist, wenn du alles besser kannst.“ Als Mittel zur Deeskalation ist solch eine Antwort völlig unbrauchbar, auch wenn sie mir in diesem Moment, passend zu den Ausführungen meiner Kollegin, sehr logisch erschien. Doch

nun wurde sie immer wütender und der Tag war, jetzt mal in seiner Gesamtheit betrachtet, einer der übelsten Sorte. Nach der ersten verpatzten Antwort auf die Anfeindungen meiner Kollegin änderte ich die Strategie und reagierte überhaupt nicht mehr auf ihr gehässiges Gekeife sondern tat ganz freundlich und sachlich.

Was meinen Sie, wie das ankam? Fortsetzung folgt.... 

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